2026: Das Jahr des Feuerpferdes verspricht extreme Dynamik und Unruhe

In Thailand feiern wir das Neujahrsfest gleich drei Mal. Zunächst für Expats und TouristInnen aus dem Westen am 1. Januar. Wenig später, da kommen wir Asien deutlich näher, an einem Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar, ist Chunjie an der Reihe, das chinesische Neujahrsfest. Und schließlich, vom 13. bis 15 April, das thailändische Neujahr mit dem wassergesättigten Songkran-Festival.

Hier geht es um das Chinesische Neujahr, den wichtigsten Feiertag des Riesenreichs überhaupt. Der auch in Chiang Mai im Norden Thailands intensiv gefeiert wird – schließlich leben dort, wie im ganzen Land, viele Thais chinesischer Abstammung. Am 17. Februar reite ich mit ihnen ins Jahr des Feuerpferdes, nachdem sich die zuvor regierende Holz-Schlange zischend in den Dschungel zurückgeschlängelt hat. Das Tierkreiszeichen Feuerpferd steht für extreme Dynamik, Tatkraft, schnelle Entscheidungen, aber auch für impulsives Handeln und Unruhe. Uns erwartet ein hochenergetisches Jahr, in dem radikale Transformation, Freiheit und Mut die wichtigsten Kriterien sein werden.

Die Aussichten für mich als Ratte

Ratte ratlos (Foto: Astrowoche)

Was bedeutet das nach chinesischem Horoskop für mich als Ratte? In unserem Sprachgebrauch ist die Ratte ein hinterlistiges und wenig beliebtes Tier, doch in China steht sie für Fleiß, Klugheit, Energie, Entschlossenheit und das Erreichen von Zielen. Was das Jahr 2026 angeht, verzichte ich nach eingehendem Studium einschlägiger Horoskope auf Details. Unterm Strich soll 2026 ein Jahr werden, in dem die Ratte ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen kann, um trotz der energetischen Herausforderungen persönliches Wachstum zu erfahren. Wenn ich eine Eigenschaft herausgreifen müsste, in der ich nicht sonderlich kompetent bin, ist es Anpassungsfähigkeit.

2025: Die Vorhersage für alle Tierkreiszeichen.

Chinese New Year in Chiang Mai (Photo Faszination Fernost)
Chinesischer Tempel in Chiang Mai (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

In Chiang Mais kleiner Chinatown begrüße ich alljährlich das neue Jahr nach chinesischer Zeitrechnung. Umgeben von Thai-Familien, in deren Adern chinesisches Blut fließt.

Während In Bangkoks Chinatown das Familiäre im Geschiebe Hunderttausender schnell verlorengeht, bleibt das Gedränge in Chiang Mai rund um die Garküchen und Tempel am Warorot-Markt überschaubar.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Bis heute ist es chinesische Tradition, Neujahr in Rot und Gold, mit lautem Trommeln und farbenfrohen Masken zu feiern. Natürlich darf der traditionelle Löwentanz nicht fehlen, zelebriert von meistens zwei Personen unter einem „Löwenkleid“. Gelehrt wird der Tanz in eigenständigen Löwentanz-Schulen, aber auch in vielen Kung-Fu-Schulen.

Bereits beim Neujahrsfest 2020 tauchte eine Schlange auf, eine echte in diesem Fall, sie offensichtlich um Jahre zu früh dran. Im gezackten Mittelteil sah der Python ziemlich dick aus, vielleicht hatte er vor dem öffentlichen Auftritt ein Schaf gerissen. Auf jeden Fall schien er satt, was das staunende Publikum beruhigte und immer näher treten ließ. Das war so ein seltener Moment, in dem ich mir ein ähnliches Szenario in Deutschland vorstellte.

Fotos Faszination Fernost/B. Linnhoff

China Doll: Die Jüngsten singen um die Wette

Chinese New Year in Chiang Mai (Photo Faszination Fernost)
Mut zur Lücke (Foto: B. Linnhoff/Faszination Fernost)

Besonders aufregend verläuft der erste Abend eines neuen Jahres für die jüngsten Partygäste: vor erwartungsfrohem Publikum präsentieren sie ihre Talente auf der Bühne. Manche müssen wohl auch, ob sie wollen oder nicht.

Chinese New Year in Chiang Mai (Photo Faszination Fernost)
So sehen Sieger aus

“China Doll” heißt dieser Wettstreit. Schon hinter der Bühne erkennt selbst das ungeübte Auge, wer zur Rampensau taugt oder eben nicht: Einige Kinder zittern so schnell, dass die ebenfalls aufgeregten Eltern mit dem Beruhigen nicht nachkommen; andere spielen bis Sekunden vor dem Auftritt seelenruhig auf ihrem Tablet.

Im grellen Bühnenlicht singen oder rezitieren manche ihre Texte frappierend professionell. Anderen fliegt angesichts des – äußerst wohlwollenden – Publikums der Text weg und das Orientierungsvermögen gleich mit. Sie finden den Bühnenausgang nicht mehr.

Rot und Gold dominieren den Abend. Nicht nur, weil Rot für die Chinesen Glück, Wachstum, Freude und Liebe symbolisiert. Der Legende nach kommt ein menschenfressendes Monster jährlich aus den Bergen (oder aus dem Meer, je nach Quelle), um seinen Hunger zu stillen. Das “Jahresmonster” reagiert angeblich sensibel auf Rot und Gold sowie auf Lärm und Feuer. Kein Wunder, dass die Chinesen das Pulver erfunden haben und das Feuerwerk gleich mit.

Alle Fotos Faszination Fernost/B. Linnhoff

Musik im Video: Derek & Brandon Fiechter/Happy Chinese Music

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