Fünfeinhalb Tonnen und ein ungewöhnlicher Mönch

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

“Tempel des Goldenen Buddha” wird er genannt, der Wat Traimit nahe Bangkoks Chinatown, nahe dem Bahnhof Hua Lamphong in Bangkok. Denn in diesem Tempel steht die Statue Phra Puttha Maha Suwan Patmakorn, der größte Buddha der Welt aus purem Gold. Er wiegt fünfeinhalb Tonnen, je nach Körperteil besteht er aus bis zu 99 Prozent Gold, allein der Materialwert beträgt 300 Millionen Euro.

Die Buddha-Statue, auch bekannt unter dem Namen Luang Pho Thong Kham, wurde im Sukhothai-Stil gefertigt. Das Guinness Buch der Weltrekorde führt sie als weltweit größte Skulptur aus massivem Gold. Lange Zeit war die Statue unter einer Gipsschicht verborgen; ihre wahre Beschaffenheit kam erst 1955 ans Licht, als der Gips aufbrach, nachdem die Statue bei einem Standortwechsel innerhalb des Tempels zu Boden gefallen war. Heute befindet sich die Statue im vierten Stock des Tempels und zieht Gläubige und Besucher aus der ganzen Welt an.

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Im Wat Traimit residiert der Mönch Phra Prommangkalachan, auch bekannt als Chao Khun Thongchai. Als Leicester City 2016 völlig überraschend den Titel in der englischen Premier League gewann, war es für die Thailänder völlig klar, wer wesentlich am “Wunder von Leicester” beteiligt war, obwohl der Mönch vom Fußball so viel Ahnung hatte wie ein Nashorn vom Backen. Doch die thailändischen Besitzer des Klubs hatten den Mönch mehrfach nach Leicester einfliegen lassen, wo er den Rasen mit heiligem Wasser besprühte und jedem Spieler drei magische Amulette samt Goldkette überreichte.

2016: Leicester-Kapitän Wes Morgan empfängt den Segen von Mönch Chao Khun Thongchai

Im Wat Traimit agiert Chao Khun Thongchai nach wie vor als hochrangiger Abt und stellvertretender befehlshabender Mönch. Mit dem Klub Leicester City ist er wohl nicht mehr spirituell verbinden, denn die Mannschaft stieg inzwischen zweimal ab.

Der “Leicester-Mönch” (Foto: APA/AFP/Lillian Suwanrumpha)

Es gibt noch einiges mehr zu sehen auf den anderen Stockwerken des Wat Traimit, auch wenn der Glanz des goldenen Buddhas alle anderen Skulpturen überstrahlt. Viele Buddha-Köpfe haben lange Ohrläppchen; sie stehen im klassischen Buddhismus für Weisheit, Mitgefühl und den Verzicht auf materiellen Reichtum. Die Annahme, dass lange Ohrläppchen ein langes Leben bedeuten, ist ein populärer Volksglaube in Thailand, der vor allem aus der traditionellen chinesischen Kultur stammt.

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Indiens Adlige, auch Fürstensohn Siddharta Gautama, der den Buddhismus begründete, trugen lange Zeit schweren Goldschmuck, der die Ohrläppchen dauerhaft dehnte. Als Siddhartha sich für den spirituellen Weg entschied, legte er den Schmuck ab. Zurück blieben die gedehnten, nun leeren Ohrläppchen, seither das ultimative Symbol für seinen Verzicht auf materiellen Status.