Beim Schreiben dieser Tagebuch-Notiz erfahre ich, dass Jürgen Rittinghaus nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Ich kann euch nicht sagen, wie traurig ich bin. Jürgen war zunächst und vor allem ein wunderbarer Mensch und dazu ein hervorragender Journalist. Als Chefredakteur der Lüdenscheider Nachrichten hatte er für mich als jungen Volontär und künftigen Journalisten den entscheidenden Anteil an meinem weiteren Weg. Und wie ich im Nachruf der LN sehe, war er nicht für mich ein verehrter Weggefährte.

Quarantäne

Seit vier Tagen lebe ich mit meiner Frau Toey in selbstverordneter Quarantäne in Chiang Mai. Bis auf Supermärkte, Drogerien und andere relevante Geschäfte ist auch hier alles geschlossen. Uns geht es gut und wir verfolgen aufmerksam, wie das Virus nun auch in Thailand mit den andernorts beobachteten Steigerungsraten aufwartet.

Nach sorgfältigem Abwägen aller Argumente und Fakten habe ich mich dazu entschieden, in Thailand zu bleiben und nicht auf die Schnelle noch nach Deutschland zu fliegen. Ich weiß, dass ich schon auf Grund meines Alters zur Hochrisikogruppe zähle. Und niemand kann vorhersagen, wie sich die Menschen in Thailand verhalten werden, wenn ihren Job verlieren, kein Einkommen und eine – manchmal große – Familie zu ernähren haben. Diese Entwicklung hat, in einem wirtschaftlich eh schwächelnden Land, bereits begonnen. Thailand ist kein Sozialstaat wie Deutschland und hat für die meisten Arbeitnehmer weder Lohnfortzahlung noch sonst irgendetwas zu bieten, was die Betroffenen auffangen könnte.