Für einige Termine war ich mal wieder in Bangkok und wohnt im Hotel „The Davis“ in der Sukhumvit Road Soi (Nebenstraße) 24. Ich war nicht darauf gefasst, in der Lobby Gegenstände aus meiner Jugend wiederzusehen, Gegenstände vorrangig aus Deutschland sogar.

Da stand das Graetz-Radio aus unserem Wohnzimmer in den fünfziger Jahren, da standen Registrierkassen aus den Tante-Emma-Läden dieser Zeit, dazu eine Kombination aus Radio und Plattenspieler und eine riesige Kamera der einst berühmten Firma Liesegang aus Düsseldorf. Und vor allem stand da die Olympia-Schreibmaschine von 1958, die mir mein Vater überließ und die ich noch bis Anfang der Achtziger zu meinen beruflichen Reisen als Handgepäck mitschleppte – äußerlich mag sie klein wirken, aber sie wog ungefähr soviel wie eine Schrankwand.

Am Wochenende blieb Zeit für einen Besuch im Kunstkaufhaus „River City“ am Chao Praya. Derzeit laufen dort zwei spannende Ausstellungen, präsentiert von MODA (Museum of Digital Art). Eine präsentiert unter dem Titel „Something Nouveau“ Verteter der Art Noveau (auf Deutsch: Jugendstil): Gustav Klimt, Aubrey Beardsley, Alphonse Mucha.

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff

Ihre Werke aus der Zeit um 1900 geraten in der Ausstellung multimedial in Bewegung, was aufregende, aber keineswegs oberflächliche Effekte ergibt. Es ist ein spannender Weg, auch ohne die meist unbezahlbaren Originale große Kunst zu zeigen – erst recht dann, wenn der Betrachter die 3D-Brille aufsetzt, worauf die Geigen, Gitarren, Stühle und Tische aus den Gemälden plötzlich auf ihn zufliegen.

Patrick Manthe ist im Hauptberuf General Manager des Chatrium Hotel & Residence Riverside Bangkok. Nun zeigt er selbstbewusst seine künstlerische Ader in den Räumen 237 und 243 des „River City“. Dort grüßen von der Wand Charlie Chaplin, Jimi Hendrix, Amy Winehouse, Salvador Dali, Audrey Hepburn und andere, die in ihrer Mischung aus Talent, Schönheit, Tragik und Geheimnis zu zeitlosen Idolen und Ikonen wurden. „Immortal Icons“ nennt derManager/Künstler folgerichtig seine Porträts. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass Manthe ungewöhnliche Materialien verwendet, rohes Leinen zum Beispiel.

Ein Wiedersehen mit den Steckis

Gestern Abend dann gab es dann, nach langen Jahren, ein sehr freudiges Wiedersehen mit meinem langjährigen Freund und Kollegen Michael Streck und seiner Frau Annette. Zum Kaffee auf der Terrasse des Hotels „Mandarin Oriental“ und zum Abendessen im eher unscheinbaren „Thailicious Café“ im Stadtteil Bang Rak quatschten wir, auch Freund Disco war dabei, bis Mitternacht. In einigen Tagen treffen wir uns wieder, dann in Chiang Mai.