Nostalgie ist Trumpf – Traumschiff in Bangkok – Bedrohte Orang-Utans

Alle in Deckung! Regenzeit in Thailand
Liebe Freunde, WegbegleiterInnen und Südostasienfans,

War früher wirklich alles besser?, fragte Jacques A. Maué kürzlich mit seinem Team von ThailandSun. Keine Klimaanlage, kein Pool, keine Grab-App, kaum Strom und meist schlammige Lehmstrassen zu den Traumstränden. Dafür gab es leere Buchten, einfache Bambusbungalows für ein paar Mark, Longtailboote statt Speedboote und das Gefühl, ein Land zu entdecken, das vom Massentourismus noch weitgehend unberührt war.

Max Aebischer schoss das Foto der Hauptstraße in Lamai auf Koh Samui im Jahr 1992.

Nostalgie ist gerade Trumpf bei vielen Reisenden; in anstrengenden Zeiten verklären wir gerne die Vergangenheit. Dazu der Beitrag von ThailandSun:

Von Bambushütten zu Luxusresorts – 40 Jahre Thailand

Koh Samui 1994 (Foto: Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Ist es wirkich nur Idealisierung der Vergangenheit, wenn wir Älteren uns lieber an das Koh Samui von 1994 erinnern als an die Insel im aktuellen Zustand? Ist es nicht doch komplexer? Vor 30 oder 40 Jahren waren wir 30 oder 40 Jahre jünger, hatten deutlich mehr Optionen als heute, kurz: mehr Zukunft. Damals bekamen wir eine Ahnung davon, dass auch ein einfaches Leben in der richtigen Umgebung erfüllend sein kann. Zumindest zeitweise. Ehe wir wieder nach Hause flogen, unseren Job ausübten und Besitz anhäuften, wenn wir das Glück und das Geld hatten. Mit den Jahren wuchs unser Anspruch an Komfort, gerade auch auf Reisen. Der Wunsch nach fließend Wasser, einer funktionierenden Toilettenspülung und einem bequemen Bett. Normal, oder?

Heute frage ich mich, ob wir das Konzept Wachstum, das unser kapitalistisches System am Laufen hält, mit der Zeit so sehr verinnerlicht haben, dass wir unser Streben nach Mehr und Besser automatisch mit persönlichem Fortschritt gleichsetzten und mit Zufriedenheit.

Hat ja was: 5-Sterne-Hotel Intercontinental auf Koh Samui (Foto Faszination Fernost/B, Linnhoff)

Vielleicht registrieren wir derzeit einfach nur melancholisch, dass wir nicht mehr so unbeschwert sind wie vor 30 oder 40 Jahren, selbst wenn es uns materiell inzwischen besser geht.

Als ich vor drei oder vier Jahren zum ersten Mal auf Koh Phayam war, kehrte es plötzlich zurück, das Gefühl von damals.

Ich habe es so interpretiert, dass ich mich zumindest in einer Hinsicht gar nicht so weit von dem Menschen entfernt habe, der ich 1994 war. Äußeren Luxus brauchte ich nie. Jeder Jeck ist anders, heißt es im Rheinand. Und so muss jede und jeder für sich entscheiden, ob früher alles besser war.

Nur noch 2000 Orang-Utans in Sarawak/Malaysia

Orang-Utan-Männchen in Sepilok (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Seit 50 Jahren unterstütze ich den WWF (World Wide Fund for Nature). Dort erfahre ich, dass es im malaysischen Bundesstaat Sarawak nur noch 2000 Exemplare der einst weit verbreiteten Orang-Utans gibt. Die Zerstörung und Fragmentierung ihrer Lebensräume durch starke Entwaldung bedrohen die weitere Existenz der “Waldmenschen” erheblich.

Bei meinem Borneo-Trip besuchte ich vor einiger Zeit auch das Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre, wo Orang-Utans wieder auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden:.

Seit Anfang 2026 ist der WWF in der Pasin Forest Management Unit aktiv und setzt sich mit dem Projekt BLOH (Biodiversity Landscape, Orang-Utan and Habitat Project) für den dauerhaften Schutz eines 2.800 Hektar großen Waldgebietes in Sarawak ein.

Das Traumschiff in Bangkok

Auf dem Markt lernt Max Parger (Florian Silbereisen) eine deutschsprachige Street-Food-Köchin (Narumol) kennen (Foto: ZDF/​Dirk Bartling)

Nun hat das “Traumschiff” auch in Bangkok angelegt. Die Ausstrahlung im ZDF ist erst für November geplant, doch in der Mediathek sind das Schiff und die thailandische Hauptstadt bereits zu sehen.

Reisen mit Links

Similan-Inseln (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Drei Thai-Strände unter den Top 50 weltweit (Farang)

Joe Cummings: Sahai Sahakit: Inside Chinatown’s Forgotten Hotel (Timeout)

Digitaler Guide für Streetfood in Bangkok, Pattaya und Chiang Mai (Farang)

Vom Glück des Urlaubs (ARTE-Video)

Bali: Wie Ubud vom Künstlerdorf zum Kultort wurde (Reise+Preise)

Hotel in Ubud: ARMA Museum & Resort (Faszination Fernost)

ARMA Museum in Ubud (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Tourismus

Foto: Pham Tuan Anh/VNA/AP/dpa

Überschwemmungen in Nordvietnam (1und1)

AirAsia kämpft mit Finanzproblemen (Farang)

Leute

Sängerin Lalisa Manobal, bekannt als LISA, ist derzeit Thailands größter Star, ein Weltstar sogar. Mit ihrem neuen Song „SaWaDiKa“ legte sie einen sensationellen Start hin. Das Musikvideo erreichte innerhalb der ersten 24 Stunden mehr als 70 Millionen Aufrufe auf YouTube. Wer die 29-Jährige näher kennenlernen möchte, sollte dieses GQ-Porträt anklicken oder den Clip aus der Jimmy-Fallon-Show, in der LISA dem US-Talkmaster lächelnd die sehr scharfe Thai-Speise Somtam kredenzt.

Fussball: Das Magazin zum Bochumer Jahrhundertspiel

Es muss etwas Besonderes passiert sein, wenn die Fans eine Niederlage ihres Vereins zum Jahrhundertspiel erklären. Am 18. September jährte sich zum 50. Mal die 5:6-Niederlage des VfL Bochum gegen Bayern München. Das Spiel blieb vor allem deshalb unvergesslich, weil der VfL nach einer Stunde gegen Beckenbauer, Maier, Müller noch mit 4:0 führte. Magazin-Macher Oliver Wurm nahm das Jubiläum zum Anlass, seiner Reihe “Mehr als ein Spiel” ein weiteres Dokument der Fußballgeschichte hinzuzufügen: ein 120 Seiten starkes Heft voller emotionaler Geschichten, Interviews, Anekdoten und Bilder, die schon deshalb wichtig sind, weil es vom Spiel keine TV-Aufzeichnung gibt. Das Magazin gibt es zu kaufen unter fussballgold.de; es kostet 10 Euro.

Damals erzielte Jupp Kaczor gegen Sepp Maier zwei der vier Bochumer Tore. Und da Jupp wie ich aus Hamm stammt und wir uns seit einer Ewigkeit kennen, bot es sich an, dass ich ein längeres Gespräch mit ihm führte, aus dem das Porträt eines zufriedenen Zeitgenossen mit trockenem Humor wurde.

Abschied von Peter Hermann und Sandro Mazzola

Leider musste ich dem Thema Fußball ein weiteres Kapital anfügen, weil wir uns von zwei Menschen verabschieden mussten, die im Fußball auf sehr unterschiedliche Art Spuren hinterlassen haben.

Peter Hermann (IMAGO/Fotostand)

“Der Fußball verliert einen stillen Meister” schreibt der Kicker – besser kann man Peter Hermann nicht charakterisieren. Er starb im Alter von 74 Jahren nach langem Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS.

Sandro Mazzola war einer der Giganten des italienischen Fußballs und im Trikot von Inter Mailand eine Ikone schon zur aktiven Zeit. Dazu ein ausführlicher Nachruf auf n-tv. Und unter diesem Link sehen wir Sandro als Weltklassestürmer im Video.

Länger leben oder länger gesund bleiben?

“Longevity”, Langlebigkeit, ist seit einiger Zeit ein großes Thema im Westen der Welt. Manche Menschen scheinen besessen von dem Gedanken, möglichst lange auf Erden zu verweilen. Wenn sie nicht gleich davon träumen, wie einige der Tech-Zaren, sich die Natur untertan zu machen und unsterblich zu werden. Nun las ich: Weltweit werden Menschen im Schnitt 9,6 Jahre älter, als sie gesund sind. Deutschland liegt mit 10,8 Jahren sogar über dem Schnitt. Diese Lücke zu verkleinern, soll das das eigentliche Ziel von Longevity sein. Also möglichst lange gesund zu leben.

Wir leben in einer bewegten, oft verwirrenden Zeit. In der sich Weltanschauungen und Narrative diametral und unversöhnlich gegenüberstehen. In der die Vernunft oft einen schweren Stand hat gegen all die Emotionen und Ressentiments.

Dennoch: Bleibt zuversichtlich!

Bis die Tage,

Euer Khun Ben