Wendepunkt 2026 – Visa-Freiheit gekürzt? – Neues von Valentin Mohr

Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff
Liebe Freunde, WegbegleiterInnen und Südostasienfans,

“Thailand war jahrzehntelang der Platzhirsch im Asien-Tourismus. Das Land hatte das komplette Paket: Traumstrände, weltberühmtes Essen, ein riesiges Hotelangebot, internationale Flugverbindungen, Party, Kultur, Luxus und Low Budget – alles in einem. 2026 steht der Tourismus an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob das Land seine jahrzehntelange Führungsrolle in Asien behaupten kann”, schreibt das Portal ThailandSun in seinem Beitrag “Image reicht nicht – Sicherheit, Infrastruktur, Preise entscheiden”.

Die Zahl der ausländischen Besucher ging 2025 um 7,23 Prozent zurück; insgesamt kamen 32,9 Millionen Gäste; weitere Details im Bericht des Farang. Nun hat das Kabinett wenige Tage nach den Wahlen, die der konservativen Bhumjaithai-Partei eine komfortbale Mehrheit bescherten, auf die Lage des thailändischen Tourismus reagiert. Mit einem neuen Visapaket, in dem die Visa-Freiheit gekürzt werden soll.

Meine kleine Welt in Chiang Mai

Hauseingang (Foto Faszination Fernost/B. Linnhoff)

Seit ich als Fußgänger meine Hood in Chiang Mai näher kennenlernen musste, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es ist keine reiche Gegend, nur wenige Häuser zeugen von Wohlstand. Aber viele Eigentümer schaffen es, auch mit geringen Mitteln ihre Umgebung und damit ihr Leben zu verschönern. Keine Gasse ist nur nackter Asphalt, überall blüht oder grünt es. Ein kleines Café bietet Coffee to go an; zumindest vermute ich das, da ich dort noch keinen Kunden gesehen habe, der den Kaffee an Ort und Stelle süffelte. Und am Straßenrand sorgen die Überreste eines historischen burmesischen Tempels dafür, dass auch in unserm Veedel der Mantel der Geschichte weht.

Damit sich die Landgeister eines bebauten Grundstücks nicht als Heimatvertriebene fühlen, gibt es für sei natürlich auch hier diverse Geisterhäuschen unterschiedlichster Pflege und Ausstattung.

Der mächtige Buddha in unserer Nachbarschaft dreht mir auf meinem Weg zum Café leider den Rücken zu. Erst vor wenigen Tagen erfuhr ich, dass er über einem Tempel thront, dessen Bedeutung über unser Viertel hinaus reicht. Der Wat wird in der nächsten Folge meiner kleinen Welt in Chiang Mai ein Thema sein.

Valentin Mohr: Alles auf eine Karte

Er hat es getan. Valentin Mohr kündigte sein Arbeitsverhältnis bei einer Karlsruher Bank, verkaufte sein Auto und mietete eine Wohnung auf Koh Phangan.

Bild: Mit Valentin im Café Lazy Sunday in Chiang Mai

Nach seiner Rückkehr aus Deutschland war er zunächst für zwei Wochen in Chiang Mai. Weil ihm die Stadt gefällt und weil er sich vorstellen kann, dort einmal zu leben. Doch auch in Chiang Mai zog er pro Tag seine drei bis vier Muay-Thai-Trainingseinheiten durch, ehe er nach Koh Phangan reiste, um ein großes Ziel zu verfolgen.

Hier ist seine Geschichte mit aktualisierten Details:

Valentin Mohr auf Koh Phangan: Zwei Fäuste für einen Traum

Sportlicher Besuch

Hinter uns liegen ein paar sportliche Wochen. Valentin Mohr ist noch am Start, zwei andere Besucher können bereits auf eine extrem erfolgreiche Karriere zurückblicken: Uwe Sterzik und Renè Hecht.

Wo René Hecht auftaucht, steht er im Blickpunkt, wenn er steht. Leider nur selten wegen seines Rufs als deutscher Volleyball-Rekordnationalspieler; er bestritt 385 Länderspiele für die DDR und die BRD (weitere Details hier). René ist 2,09 Meter hoch. Er hat sich daran gewöhnt, dass die Menschen zu ihm aufschauen und er zwangsläufig auf sie herab. Was soll er machen? In Thailand kennt man solche Riesen nur aus Filmen. Das ging meiner Frau nicht anders. Sie bemühte sich, neben René sichtbar zu bleiben. Im Bild sehen wir links die Kurzversion von Toey und rechts den Mann, den wir Langer Samstag getauft haben.

Zum Abendessen traf sich unsere kleine Clique am Ping River. Im Riverside Bar and Restaurant, das wir früher häufig besucht und dann lange vernachlässigt haben. Im Foto von links Francesca, Toey, Khun Disco (verdeckt), René, Marion und ich.

Uwe Sterzik startete mit seiner Frau Ortrun einen ausgedehnten Thailand-Trip via Bangkok und Chiang Mai, ehe sie unter anderem nach Pai und Khao Lak reisten. Bis zu unserem Treffen kannten wir uns nicht, doch Uwe ist ein Freund meines Kollegen und Thailand-Fans Jan Christian Müller, der den Kontakt herbeiführte. Wir drei verstanden uns auf Anhieb, wie es so nur selten der Fall ist.

Uwe Sterzik feierte seine sportlichen Erfolge als Wasserballer. Er spielte 342mal für Deutschland, wurde 1989 mit dem Team Europameister und sechs Jahre später EM-Dritter. Dreimal nahm er an den Olympischen Spielen teil: 1988 (Seoul), 1992 (Barcelona) und 1996 (Atlanta). Nach seiner aktiven Laufbahn betreute er als Bundestrainer die deutsche und später die Schweizer Nationalmannschaft. Ich konnte ein paar Geschichten aus einer Wasserball-Hochburg beisteuern: meine Heimatstadt stellte mit Rote Erde Hamm elf Mal den Deutschen Meister. Lang ist`s her.

Frederico Balboa: Unterwegs auf Koh Chang

Reisen mit Links

Auf einen Blick: Inselguide Koh Chang (Faszination Fernost)

Vom Flughafen Bangkok in die Stadt: ganz leicht! (AlexAsia)

Direktflüge via Abu Dhabi nach Krabi und Chiang Mai (ThailandSun)

Taiwan: Sun-Moon-Lake (Wok-Life-Balance)

“Leidenschaft schlägt jede Marktforschung”

Was Oliver Wurm, auch Verleger meines Buchs “Thailand unter der Haut”, wirklich antreibt, fasst die Überschrift eines Interviews mit dem VDS-Magazin treffsicher zusammen. Es ist die Leidenschaft eines Mannes, der an Print glaubt und das auch begründen kann. Mit Erfolg vertraut er seinem Instinkt und nicht der Marktforschung.

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d`Ampezzo wären ohne ein Magazin aus Olivers Werkstatt nicht komplett gewesen. Aber auf ihn ist Verlass. In seinem optisch wie inhaltlich gelungenen Magazin stehen viele einfühlsame, informative Porträts deutscher Atlethinnen und Athleten, sodass man als Sportfan mit ihnen in diesen Tagen noch stärker mitfiebert als sowieso schon. .

Erinnerung an Roger Willemsen – Abschied von Terry Yorath

Roger Willemsen

Am 7. Februar jährte sich Roger Willemsens Todestag zum zehnten Mal. Meine Erinnerung an ihn ist so frisch wie das Gefühl, ihn mehr denn je zu vermissen. Der NDR nannte ihn einen Welterklärer; als Orientierungshelfer in der heutigen Welt und als reiselustiger Abenteurer und Autor fehlt er mir am meisten. Mit seiner empathischen, leidenschaftlichen, oft verschmitzten, im positiven Sinn streitlustigen und intelligenten Art, Menschen zu interviewen, zu porträtieren, Themen auf den Punkt zu bringen und engagiert Projekte zu unterstützen wie als Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins.

“Der britische Fußball verabschiedet sich von einem wahren Gentleman des Spiels”, las ich, als Terry Yorath mit 75 Jahren am 11. Januar starb. Für die Nationalmannschaft von Wales bestritt der Mittelfeldspieler 59 Länderspiele, seinen Namen machte er sich in den 1970er Jahren bei Leeds United, in der großen Zeit des Klubs unter Trainer Don Revie.

Beim Wort Gentleman habe ich kurz gestutzt. George Best sagte über das Team von Leeds United: “Jede Mannschaft der First Division hatte einen Klopper. Leeds hatte zehn.” Die meisten konnten auch noch Fußballspielen, doch vor allem Norman Hunter und Billy Bremner waren gefürchtet. Auch Yorath konnte zulangen. Vor einem Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Wales in Dortmund schrieb ich ein Porträt, das mit den Worten begann: “Wenn Terry Yorath auf dem Platz steht, tragen selbst die Zuschauer in der ersten Reihe Schienbeinschoner.”

Zuletzt in diesem Blog

Am 17. Februar geht`s los: Feiertage in Chiang Mai: Chinese New Year in Rot und Gold (Faszination Fernost)

13. – 15. Februar: Feiertage in Chiang Mai: Das Blumenfestival (Faszination Fernost)

Post aus Thailand (100) – Zeitreise: Bangkok, Samui, Phangan und Pattaya (Faszination Fernost)

Es lebe der Sport! In den letzten Wochen wurde ich daran erinnert, dass ich in meinem Beruf als Sportjournalist sehr glücklich war. Auch wenn Muay Thai, Wasserball und Volleyball nicht zu meinen Kerndisziplinen gehörten. Im Bild v. l. René Hecht, Khun Disco und ich (Foto: Kesorn Chaisan).

Herzliche Grüße aus einem seit Wochen sonnigen und nun auch heißen Chiang Mai!

Bis die Tage,

Euer Khun Ben