WM-Talk mit Calli In Bangkok – Günter Netzer in der mobilen Dreierkette – Erling Haaland: Schachsüchtig

Liebe Fußballfreunde,
in zweieinhalb Monaten beginnt die WM in den USA, Mexiko und Kanada. Dann werden wir wieder den ironiefreien Doppelpass zwischen Immer-noch-US-Präsident Trump und Gianni Infantilo erleben, seinem kongenialen Präsidentenkollegen bei der FIFA. Das Thema der Woche zum Großereignis kommt heute aus Bangkok. Im dortigen Goethe-Indtitut gab es eine Gesprächsrunde mit Reiner “Calli” Calmund, der wieder einmal für ein paar Tage in Thailand weilte. Im Schatten des Dichterfürsten lief Calli einmal mehr zu großer Form auf. Er gestikulierte temperamentvoll wie gewohnt, und fast hätte er dabei sein Mikrofon in die etwa 120 lauschenden Gäste geworfen.
Zur WM wird Calli für eine Woche nach Nordamerika fliegen. In Toronto besucht er das deutsche Spiel gegen die Elfenbeinküste; die zweite und letzte Station heißt New York. Der deutschen Mannschaft, so erzählte der nicht mehr so gewichtige Fußball-Manager, traut er einiges zu – wenn sie pünktlich zum Turnier ihre Bestform erreicht.
im Jahr 2008 adoptierten Calli und seine Frau Silvia in Pattaya ein kleines Waisenkind: Narischa. Aus dem Baby ist ein fesches Mädchen geworden, eine lebensfrohe 16-Jährige. Auch das war ein Thema in Bangkok.

Auch wenn Reiner Calmund die thailändische Dolmetscherin hin und wieder an ihre Grenzen trieb, war es für alle ein unterhaltsamer Abend. Mit einem riesigen Mannschaftsfoto zum Abschluss.

1998

Reiner Calmund kam 1998 zum ersten Mal nach Thailand, damals als Manager dess Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Anschließened reiste er fast jedes Jahr ins Land des Lächelns. Auch nach Chiang Mai, sodass wir uns regelmäßig trafen. Dazu ein paar Bilder und Anekdoten:
Calli und Thailand – es muss Liebe sein

Am 8. April, also noch vor der WM, startet Calli mit seinem Programm „Ein runder Abend – mit Fußball & Freunden” eine Tournee durch die Republik. In jeder Stadt ist ein Überraschungsgast aus dem Sport dabei. Viele Weggefährten haben bereits zugesagt – darunter Rainer Bonhof, Ansgar Brinkmann, Bernhard „Ennatz” Dietz, Thomas „Icke” Häßler, Jonas Hector, Horst Hrubesch, Ulf Kirsten, Niko Kovac, Markus Krösche, Jogi Löw, Erik Meijer, Hansi Müller, Harald „Toni” Schumacher, Olaf Thon, Berti Vogts und Rudi Völler.
34 Gastspiele in 61 Tagen – ist das nicht ein bisschen viel für einen 77-Jährigen? “Du vergisst, dass ich in der Zeit 24 freie Tage habe”, erwidert Calmund, “das hatte ich in meinem Leben noch nie!”
Story der Woche: Fußballstars süchtig nach Schach

Es ist kein Zufall, dass das Fußballspiel auch Rasenschach genannt wird. Schon in der Vergangenheit gab es Stars,die vom Spiel der Könige fasziniert waren. Felix Magath war einer von ihnen; schon als Spieler Stratege, als Trainer erst recht. Nun aber bekennen erstaunlich viele Weltstars, dem Schachspiel verfallen zu sein. Erling Haaland gehört dazu, Mo Salah auch, Harry Kane und Trent Alexander-Arnold. Natürlich darf Trainer Pep Guardiola in dieser Galerie nicht fehlen, der Chef-Stratege des Fußballs. Denn Schach bedeutet, immer mindestens einen Zug im Voraus zu planen.
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Die Ähnlichkeit zum Fußball lässt sich nicht leugnen. Nicht nur Guardiola versucht, das Spiel so berechenbar wie möglich zu machen. Ist das der Grund, warum der moderne Fußball oft in Ballbesitz und Kontrolle erstarrt? Das nur noch wenig Platz bleibt für Anarchie und Intuition, die das Spiel für uns Fans erst so faszinierend gestaltet haben?
Die mobile Dreierkette
Er war nie der Rebell, den die Intellektuellen in ihm gerne sahen. Doch er war der erste Popstar des deutschen Fußballs und mit George Best der erste Popstar seines Sports weltweit: Günter Netzer. in unserer mobilenDreierkette zeigen wir den außergewöhnlichen Fußballer und Menschen in einem Zusammenschnitt seiner Karriere, in einem Porträt/Interview aus seiner Anfangszeit bei Real Madrid 1973 und in einem ungewöhnlichen Interview vor Studenen in einer Uni. Als Zugabe erzählt Berti Vogts im AUDI Star Talk eine wirklich außergewöhnliche Anekdote rund um Netzer und Tainer Hennes Weisweiler.
Die mobile Dreierkette: Heute mit Günter Netzer
Anekdoten

Von Bernd Linnhoff
Zu seinem Abschiedsspiel im Jahr 2000 lud Lothar Matthäus auch Diego Maradona ein, seinen großen Gegenspieler. Lothar konnte nicht ahnen, dass Diego mit seinem ganzen Clan auftauchen und fast die Hälfte der Spieleinnahmen verbrauchen würde. Ich war am 26. Mai zu einem ´Termin in München, hatte mich jedoch nicht für das Spiel akkreditieren lassen. Dennoch habe ich die Partie gesehen, war anschließend in einer Sponsorenloge und ohne Einladung sogar bei der Aftershow-Party. Zum Leidwesen Toni Schumachers. Aber der Reihe nach:
Matthäus-Abschied, Maradona-Zauber, Aftershow-Party – und alles ohne Karte
Unser Podcast-Tipp
Der Fußball-Podcast Copa TS mit Tommi Schmitt hat mehr als 400.000 Abonnenten. Das kann kein Zufall sein. Der Moderator schafft es, zusammen mit seinen Gästen, aus ernsthaft Fachlichem und purem Entertainment eine wunderbare Mischung zu zaubern. Zum Reinhören: #118: Deine Oma war ein Hase – mit Chris Kramer. Beste Unterhaltung!
Unser Buch-Tipp

Tim Ockert: Mein Freund Jo Failer hat Alzheimer. Der Satz tut mit weh. Ich schreibe ihn trotzdem. Er soll gelesen werden, wie der ganze Text.
Kennengelernt haben wir uns vor über 20 Jahren. Beim Fernsehen. Er Sportreporter, ich Sportreporter. Seine Schreibe und sein Ohr für die leisen Töne habe ich bewundert. Ich konnte nur quatschen.
Mit 51 hat Jo die Diagnose „Alzheimer Frühform“ bekommen. Mitten im Leben verschiebt sich plötzlich die Welt. Darüber hat er ein Buch geschrieben. „Ich denk nicht dran“ ist kein Denkmal. Keine Anklage. Keine Heldengeshcichte. Sondern ein Protokoll, wie es sich anfühlt, langsam alles zu verlieren.
Doch Jo kämpft.
Das Buch gibt es bei…
Abschied von Reinhold Wosab
Reinhold Wosab ist gestorben, kurz vor seinem 88. Geburtstag. “Zange”, wie er gerufen wurde, spielte in der Bundesliga für “seine” Dortmunder Borussia, ehe er ein paar Meter weiter die B1 hoch zum VfL Bochum wechselte. Seine aktive Karriere ließ er in der zweithöchsten deutschen Spielklasse bei Rot-Weiß Lüdenscheid ausklingen, wo ich mit ihm zwei Jahre zusammenspielte (im Foto Reinhold Wosab stehend 2. v. l.).

RW Lüdenscheid in der Regionalliga-Saison 73/74: stehend v. l. Betreuer, Reinhold Wosab, Wolfgang Jakubowski, Jürgen Kuchta, Wolfgang Knäpper, Sigi Jarosch; Klaus Seiler; vorne v. l. “Schorsch” Schymetzek, Volkmar Schmitt-Kling, Karl-Erich Faßbender, Bernd Linnhoff, Paul Misterek.
Erinnerung: Der ehemalige Rechtsaußen wurde zum Ende seiner Laufbahn rechter Verteidiger. Im ersten Spiel für Lüdenscheid gegen Bundesliga-Absteiger Oberhausens sah er gegen den jungen Flügelflkitzer Werner Greth schlecht aus. Nach dem Spiel saß Reinhold weinend in der Kabine und sagte zum Trainer: “Stell mich nicht mehr auf, hat keinen Zweck.” Trainer Nagerski aber stellte ihn fortan hinter die drei Spitzen; danach schoss Reinhold in der Saison 23 Tore, mit 35 Jahren, für einen Aufsteiger.
Mit dem BVB und dem VfL Bochum trauern auch die Lüdenscheider Fans um einen allseits beliebten, feinen Menschen und einen großartigen Fußballer. Ruhe in Frieden, Reinhold! Ich denke an deine liebe Doris, an deine erwachsenen Kinder Maren und Carsten und an das Ende einer langen, glücklichen gemeinsamen Zeit.


